Dialyselexikon

Abstoßungsreaktion

Als Abstoßungsreaktion bezeichnet man die Reaktion des Immunsystems nach einer Transplantation (z. B. Niere), die durch das Erkennen des körperfremden Organes ausgelöst wird und zu einer Abstoßung des Transplantats führt.

Albumin

Albumin ist ein Eiweiß im Blut, das in der Leber gebildet wird. Es sorgt dafür, dass der wässrige Anteil des Blutes in den Blutgefäßen verbleibt und nicht im Gewebe einlagert (Ödem). Albumin wird normalerweise nur in Spuren durch die Nieren in den Urin ausgeschieden. Ein erhöhter Albuminwert im Urin kann daher auf eine erhöhte Durchlässigkeit der Nieren für dieses Eiweiß hindeuten und wird als Hinweis auf eine Nierenerkrankungen gewertet.

Anämie

siehe renale Anämie

Arteriosklerose

Unter Arteriosklerose versteht man die Ablagerung von Fett, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Blugefäßen.  Wörtlich übersetzt heißt Arteriosklerose bindegewebige Verhärtung der Schlagadern.

Mögliche Auslöser: Bluthochdruck, Diabetes, hohe Cholesterinspiegel und hohes Lebensalter.

Bauchfell

siehe Peritoneum

Blutarmut

siehe renale Anämie

Blutreinigungsverfahren

Man unterscheidet je nach Blutzugang - arteriovenös oder venovenös - und je nach Verfahren - Hämofiltration oder Hämodialyse - vier kontinuierliche Verfahren: die kontinuierliche arteriovenöse oder venovenöse Hämofiltration, abgekürzt CAVH bzw. CVVH, sowie die kontinuierliche arteriovenöse oder venovenöse Hämodialyse, abgekürzt CAVHD bzw. CVVHD.

Calcitriol

Calcitriol (Vitamin D3) ist die biologisch aktive Form des Vitamin D , die im Körper durch mehrere Umwandlungsschritte in der Leber und der Niere entsteht.

Calciumacetat

Calciumacetat wird als Standardtherapie zur Bindung von Nahrungs-Phosphat bei chronischer Niereninsuffizienz eingesetzt.

CAPD

Die kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (CAPD [englisch: continuous ambulant peritoneal dialysis]) ist eine Anwendungsform der Peritonealdialyse (PD), bei der eine möglichst kontinuierliche Dialyse über das Bauchfell stattfindet. Die CAPD findet in Eigenregie des Patienten zu Hause statt. Die Dialyselösung wird täglich 3-5 mal ausgewechselt und nach einer festgelegten Verweildauer abgelassen.

CCPD

Die CCPD (englisch: continuous cycling peritoneal dialysis) - eine kontinuierliche zyklische Peritonealdialyse - ist eine maschinell assistierte Peritonealdialyse (PD) und eine Fortentwicklung des CAPD-Verfahrens. Hier erfolgt der Lösungswechsel in der Regel nachts durch eine Maschine, den sog. Cycler.

Clearance

Clearance ist ein Maß für die Ausscheidungsrate eines Organs, gebräuchlich insbesondere als Maß für die Ausscheidungsleistung der Niere. Die Clearance kann sich sowohl auf exogene (Medikamente) als auch auf endogene Substanzen (z.B. Kreatinin - siehe hierzu Kreatinin-Clearence) beziehen.

Dialysat

Das Dialysat ist die Lösung, welche aus dem  Dialysevorgang hervorgeht. Das Dialysat enthält die Substanzen, die während der Dialyse entfernt werden. Dazu zählen u.a. die harnpflichtigen Substanzen, Calcium-, Magnesium-, Kalium- und Natriumchlorid sowie Natriumacetat, -lactat und -bicarbonat

Dialysator

Ein Dialysator ist ein spezieller Filter, der bei der Hämodialyse zur Entfernung toxischer Substanzen und Abscheidung überschüssigen Wassers aus dem Blut verwendet wird.

Dialyse

Die Dialyse wird auch künstliche Niere genannt. Sie umfasst die Gesamtheit aller Blutreinigungsverfahren, die die Ausscheidungsfunktion der Nieren bei akuter oder chronischer Niereninsuffizienz nachahmen und dadurch den Anstieg von Stoffwechselendprodukten (Urämie) verhindern. Gängige Dialyseverfahren sind die Hämodialyse und die Peritoneladialyse (CAPD).

Dialysediät

siehe hierzu Rieter: Lexikon --> Ernährungslexikon

Eiweisbedarf

Der tägliche Eiweißbedarf bei Hömodialysepatienten liegt bei 1,1 g pro kg Körpergewicht pro Tag. Bei CAPD - Patienten liegt der tägliche Bedarf bei  mind. 1,2 g pro kg Körpergewicht.

Energiebedarf

Der tägliche Energiebedarf liegt bei 30 - 40 kcal pro kg Körpergewicht.

Erthropoetin

Erthropoetin ist gentechnisch hergestelltes Hormon, dass zur Behandlung der renalen Anämie eingesetzt wird.

Filtermembran

Die Filtermembran ist eine sehr dünne Trennschicht, die in der Lage ist, geformte Blutbestandteile und Eiweiß zurückzuhalten und Giftstoffe, Salze und Wasser durchtreten zu lassen.

Glomerulosklerose

Vernarbung der Nierenkörperchen als Endstadium aller Erkrankungen, die mit einem Untergang von Nierengewebe einher gehen, vor allem bei langjährigen Diabetes mellitus.

Glomeruläre Filtrationsrate

Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ist das pro Zeiteinheit von den Nierenkörperchen aus dem Plasma filtrierte Volumen des Primärharns. Es wird i.d.R. in der Einheit ml/min angegeben und ist einer der wichtigsten Parameter zur Beurteilung des Stadium der Niereninsuffizienz.

Homocystein

Homocystein ist ein Stoffwechselzwischenprodukt, das beim Abbau der essentiellen (lebensnotwendigen) Aminosäure Methionin entsteht. Gewöhnlich wird es vollständig vom Körper entsorgt. Dazu benötigt der Körper aber ausreichend Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure. Funktioniert dieser Abbau des Homocysteins nicht, z. B. weil die notwendigen Vitamine fehlen (z. B. durch auswaschen während der Dialyse), so kommt es zu erhöhten Homocysteinspiegeln im Blut. Erhöhte Homocysteinwerte im Blut schädigen Herz und Blutgefäße und begüstigen Trombosen, Imbolien, Herzinfarkt und Schlaganfall. Neuste Studien weisen zusätzlich einen Zusammenhang zu Alzheimer und Osteoporose auf.

Kohlenhydrate

Die Bezeichnung Kohlenhydrate ist ein Sammelbegriff für verschiedene Zuckersubstanzen. Kohlenhydrate nimmt der Mensch über pflanzliche Nahrung auf. Besonders kohlenhydratreich sind Getreideprodukte, Nudeln, Kartoffeln und Obst.

Kreatinin-Clearence

Die Kreatinin-Clearance ist das gebräuchlichste klinische Clearance-Verfahren zur Beurteilung der Nierenfunktion. Sie erlaubt unter Berücksichtigung möglicher Verfälschungen einen relativ genauen Rückschluss auf die glomeruläre Filtrationsrate (GFR), den wichtigsten Parameter zur Beurteilung der Nierenfunktion. .

Mikroalbuminurie

Von einer Mikroalbuminurie spricht man bei einer Albuminausscheidung im Urin  , die zwischen 20 bis 200 mg/l bzw. 30-300 mg/Tag liegt. Die Mikroalbuminurie ist die mildeste Form der Proteinurie.

Nephritis

Nephritis bezeichnet eine akute oder chronische Entzündung der Nieren. Abhängig davon welche Regionen betroffen sind, unterscheidet man zwischen der Glomerulonephritis (Entzündung der Nierenkörperchen), der interstitiellen Nephritis (Entzündung des Nierenzwischenraums) und der Pyleonephritis (Entzündung des Nierenbeckens).

Nephrotisches Syndrom

Als nephrotisches Syndrom bezeichnet man den Symptomenkomplex aus erhöhtem Eiweiß im Urin (Proteinurie > 3,5 g/d), erhöhten Blutfettwerten und Ödemen (da der Albumingehalt vermindert ist). Die Ursache des nephrotischen Syndroms ist eine erhöhte Durchlässigkeit der Nierenkörperchen für bestimmte Proteine als Folge von chronischen Entzündungen, Infektionen o.ä.

Niere

Die Niere ist ein paariges bohnenförmiges Organ, dessen Hauptaufgabe die Bildung des Harns (Filtration, Reabsorption und Konzentration) ist. Durch Sekretion und Reabsorption ist die Niere entscheidend an wichtigen systemischen Regulationen beteiligt wie der Regulation von Wasser- und Elektrolythaushalt und der Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts.

Niereninsuffizienz

Als Niereninsuffizienz bezeichnet man die Unterfunktion einer oder beider Nieren. Es kommt im Rahmen einer Niereninsuffizienz zur Erhöhung der Konzentration von harnpflichtigen Substanzen (z. B. Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure) im Blut.

Man unterscheidet zwischen einer akuten Niereninsuffizienz bei der es zu einem plötzlichen Verlust der Ausscheidungsfunktion der Nieren kommt und einer chronischen Niereninsuffizienz bei der die Nierenfunktion langsam fortschre itend aufgrund eines zunehmenden Untergangs von Nierengewebe (Schrumpfniere) einschränkt wird.

Anhand der glomerulären Filtrationsrate (GFR) kann man die Niereninsuffizienz in fünf Schweregrade einteilen: 

Stadium GFR Nierenerkrankung...
1 > 89 ...mit normaler Nierenfunktion
2 60-89 ...mit milder Funktionseinschränkung
3 30-59 ...mit moderater Funktionseinschränkung
4 15-29 ...mit schwerer Funktionseinschränkung
5 < 15 Chronisches Nierenversagen

 

Oedem

Als Ödem bezeichnet man eine Ansammlung von Flüssigkeit im Raum außerhalb der Körperzellen. Ein Ödem entsteht, wenn Wasser aus den Gefäßen heraus tritt und sich im Gewebe oder in bestimmten Körperräumen ansammelt.  

Osteoporose

Osteoporose (Knochenschwund) bezeichnet eine chronische Erkrankung, in deren Verlauf die Knochenmasse allmählich abnimmt. Diese Abnahme geht über das natürliche Maß für Alter und Geschlecht hinaus. Das Skelett wird zunehmend instabil und porös und das Risiko für Knochenbrüche erhöht sich. Osteoporose kann das gesamte Skelett oder nur einzelne Knochen betreffen. 

Parathormon

Das Parathormon, welches von den Nebenschilddrüse gebildet wird, nimmt an der Steuerung eines geregelten Knochenauf- und abbaus teil.
 

Peritoneum

Das Peritoneum (Bauchfell) ist ein innere Auskleidung der Peritonealhöhle mit einer dünnen Zellschicht.

Phosphatbinder

Phosphatbinder sind Substanzen, die mit der Nahrung aufgenommenes Phosphat im Darm binden und damit die Aufnahme von Phosphat in den Körper reduzieren. Phosphatbinder sollten immer mit dem Essen eingenommen werden: Als Standardtherapie wird Calciumacetat eingesetzt.

Phosphor / Phosphat

Phosphor ist ein Element, Phosphat ist das Salz der Phosphorsäure mit einem Elektrolyt (z.B. Natriumphosphat). Daher wird in Nahrungsmitteln der Phosphorwert angegeben, im Blut jedoch der Phosphatwert gemessen.

Proteinurie

Unter einer Proteinurie versteht man die Ausscheidung von von mehr als 150 mg Protein (Eiweiß) im Urin.

Renale Anämie

Eine renale Anämie bezeichnet eine Anämie (Blutarmut) aufgrund einer akuten oder chronischen Nierenerkrankung. Durch den Funktionsverlust der Niere entsteht ein Erythropoetinmangel, wodurch zu wenig rote Blutkörperchen gebildet werden

Renin

Renin ist ein Hormon, das in der Niere gebildet wird und an der Steuerung des Blutdruckes mitwirkt

Schrumpfniere

Unter einer schrumpfniere versteht man eine Verkleinerung der Niere (bei einem Erwachsenem Gewicht kleiner 80 g), die durch die Umwandlung von funktionsfähigen Nephronen in Bindegewebe ausgelöst wird.

Shunt

Der Shunt ist eine operativ hergestellte Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene, vereinfacht gesagt die „Anschlussstelle“ des Patienten an das Dialysegerät.

Transplantation

Mit dem Begriff Transplantation bezeichnet man die Übertragung bzw. Verpflanzung von einem Lebenden Organ (=Transplantat), wie z.B. einer Niere von einem Spender zu einem Empfänger.

Urämie

Als Urämie bezeichnet man die Vergiftung des Blutes mit harnpflichtigen Substanzen. Sie kann als Folge einer terminalen Niereninsuffizient oder eines akuten Nierenversagens auftreten. Die Nieren sind in beiden Fällen nicht mehr in der Lage, harnpflichtige Substanzen in ausreichender Menge mit dem Harn auszuscheiden.

Vitamin D3

siehe Calcitriol

Wasserlösliche Vitamine

Wasserlöslcihe Vitamine bezeichen die B-Vitamine und Vitamin C. Sie werden bei der Dialyse rausgewaschen und müssen daher regelmäßig zugeführt werden. Ein Defizit an fettlöslichen Vitaminen besteht nicht.

Zystennieren

Genetisch bedingte Entwicklungsstörung des Nierengewebes. Es entstehen Hohlräume, die keinen Anschluß an das Nierenbecken haben und sich mit Urin füllen. Diese Zysten können sehr groß werden ( z.B.Fußballgröße ) und dabei Verdrängungserscheinungen anderer Organe ( Darm etc) verursachen.

Kontakt

Werrastraße 1 a
35625 Hüttenberg
Tel. 06403 92160
Fax 06403 92163
E-Mail: mail@renacare.com

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